Wach auf, New York!

Aktualisiert: 27. Nov 2019

Zugegeben: Wir hätten diesen Release fast verpasst. Über «Retropolitan» gibt es nämlich nicht allzu viele News und auch keine aggressive Promophase. Verständlich: Ein gemeinsames Album von Skyzoo und Pete Rock promotet sich eigentlich so ziemlich von selbst.


Beide sind Rapper aus der Mitte der 90er Jahre und haben in New York vieles erlebt, was den Hip-Hop bis heute prägt. Die Einflüsse aus dieser Zeit sind auch auf dem neuen Album zu hören. Aber alles der Reihe nach.


Pete Rock – from the 90ies with love

Wer in den 90er-Jahren an der East Coast Hip-Hop hören wollte, kam kaum um diese vier Namen herum: J Dilla, DJ Premier, RZA und eben Pete Rock. Durfte ein Künstler auf einen ihrer Beats rappen, war der Erfolg fast garantiert. Pete Rock’s Karriere begann in der Schule, als er in der High School seinem zukünftigen Partner CL Smooth begegnete. Mit ihm nahm Pete Rock zwischen 1991 und 1994 eine EP und zwei Alben auf, die das Leben der beiden Jungs auf den Kopf stellen sollten.


Bereits die EP «All Souled Out» sorgte für Aufsehen und richtete die Aufmerksamkeit auf das Duo. Das erste Album «Mecca and the Soul Brother», das ein knappes Jahr später erschien, gilt als Durchbruch des Duos. Bis heute wird das Album in zahlreichen Ranglisten genannt, wenn es um die besten Rap-Alben aller Zeiten geht. Das zweite Album «The Main Ingredient» folgte 1994 und ist bis heute das letzte gemeinsame Album von Pete Rock und CL Smooth. Mehrmals gab es seither (auch bestätigte) Gerüchte um ein drittes Album, das aber nie erschienen ist.


Die Karriere von Pete Rock lief erfolgreich weiter. Er veröffentlichte zahlreiche Alben mit seinen Instrumentals und verbuchte unzählige Featurings mit grossen Namen des Hip-Hops, wie etwa Styles P, Lords of the Underground, Raekwon, Masta Killa, Smif-N-Wessun, Redman, Dead Prez, RZA, GZA, Slum Village, J Dilla, Talib Kweli, Pharoahe Monch, Marley Marl, Kool G Rap, N.O.R.E., Common, Royce Da 5’9’’, Rick Ross, Masta Ace und viele andere.


Bekannt ist Pete Rock aber auch für seine Remixes. Auch hier ist die Liste, der Künstler, für die er offizielle Remixes veröffentlicht hat, sehr lang. Dazu gehören unter anderem Public Enemy und Mary J. Blige.


Pete Rock selbst behauptet auch, den ursprünglichen Beat zu «Juicy» von The Notoriuous B.I.G. produziert zu haben. Das Instrumental wurde allerdings dann von P. Diddy und Poke nachproduziert, ohne die Erlaubnis von Pete Rock. Es gibt dennoch einen offiziellen Remix von Pete Rock, der mit den gleichen Samples arbeitet.

Er weiss also definitiv, wie man Beats produziert.


Skyzoo – Die Lyrics zählen

Skyzoos Karriere startete hingegen erst nach der Jahrtausendwende. Im Jahr 2002 begann er nämlich in New York seine Mixtapes unter die Leute zu bringen. So arbeitete er sich langsam zum Underground-Helden. Spätestens 2006 mit der EP «Cloud 9: The 3 Days High», die von 9th Wonder produziert wurde, ist Skyzoo auch ausserhalb des Undegrounds ein bekannter Name. Die EP führte zu zwei Singles mit DJ Premier: «Click» und «Get It Done».


Nach 2006 folgten bis 2018 weiter sechs Alben sowie zahlreiche EP’s und Mixtapes. Seine Werke stechen besonders durch die Qualität seiner Lyrics heraus. Dafür wurde er für seine Releases immer wieder gelobt. Wie bei Pete Rock, ist auch die Featuring-Liste von Skyzoo sehr lang. Darauf sind unter anderem: Apollo Brown, Jadakiss, Sean Price, Black Thought und Elzhi.


Eine Nachricht an New York

Der Hintergrund der beiden Musiker ist also definitiv vielversprechend. Die Message des neuen Albums auch: In einem Interview mit «thesource» erklärte das Duo, mit ihrem Album eine Nachricht an die Bewohner von New York senden zu wollen. Es sei ein Liebesbrief an New York und eine Aufforderung aufzuwachen zugleich. Aufzuwachen, um sich der Gentrifizierung in den Weg zu stellen und als Community zusammenzustehen.


Oder wie sie es zusammengefasst haben: «Dear New York, all five boroughs of you, thank you for all you’ve done. You’re the greatest. Now sit back, listen and wake TF up.»


Dazu passt auch die erste Single-Auskoppelung aus dem Album. Im track «It’s all good» erzählt Skyzoo, wie er sein New York erlebt hat, von der Kindeheit bis heute. Zum Song gibt es auch ein Video, das definitiv ein Highlight ist: Keine Crew im Hintergrund, keine krassen Effekte. Nur Skyzoo, eine Kamera und verschiedene Locations. Skyzoo selbst kommt aus Crown Hights, Brooklyn, weshalb auch im Video dieser Borough zu sehen ist. Alles in allem ein Video, wie wir es von früher kennen und mögen.


Posse Track

Die zweite Single heisst «Eastern Conference All-Stars». Nicht schwer zu erkennen, dass es sich dabei um einen Posse Track handeln muss. Auf dem Track sind Rapper aus New York sowie Elzhi, der aus Detroit kommt.


Der Beat ist natürlich aus dem Hause Pete Rock, wie alle anderen auf dem Album auch. Skyzoo erklärte in der Pressemitteilung zum Song, er habe Pete Rock erklärt, dass er einen Posse Track machen wolle. Dieser habe gleich den Beat ready gehabt, weil er genau wisse, wie die ausgewählten Rapper tönen und auf welchem Beat sie ihr Bestes geben können. Ist ihm dies bei jedem Track so gut gelungen, wie auf den ersten beiden Singles, können wir uns definitiv auf das Album freuen.


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